Gegen das Vergessen: Schüler erinnern an Arthur Eichengrün
Er war ein begnadeter Chemiker, war an insgesamt 47 Patenten beteiligt und hat den Kunststoff „Cellon” entwickelt. Doch heute ist der Name Arthur Eichengrün nahezu unbekannt. Dies soll sich nun ändern, initiiert von Schülerinnen und Schülern des CJD Gymnasiums Berchtesgaden.
Im Rahmen ihres P-Seminars mit dem Titel „Vergessen oder Vergessen wollen? – Die Erinnerungskultur am Obersalzberg” setzten sich die Elftklässler in Kooperation mit der Dokumentation Obersalzberg mit dem Leben und Wirken Eichengrüns auseinander. Der jüdische Chemiker besaß einst ein Ferienhaus am Obersalzberg in unmittelbarer Nähe zu jenem Anwesen, das später Adolf Hitler als Residenz diente. Die Nationalsozialisten nahmen Eichengrün nicht nur diese Wahlheimat, sondern „arisierten” auch sein Unternehmen. Zudem sprachen sie ihm seine wissenschaftlichen Verdienste ab und deportierten ihn schließlich ins Konzentrationslager Theresienstadt. Eichengrün überlebte das NS-Regime, er verstarb jedoch wenige Jahre nach Kriegsende im Jahr 1949 in Bad Wiessee.
Auch wenn seine Rolle bei der Entwicklung von Aspirin in der Forschung bis heute umstritten ist, so war er zweifellos einer der bedeutendsten deutschen Chemiker seiner Zeit – ein Leben, das nun wieder sichtbar gemacht werden soll.
Das Ergebnis des Schülerprojekts ist eine Messing-Gedenktafel, die mit Unterstützung des Marktes Berchtesgaden unweit des Hauses Mitterwurf, dem ehemaligen Ferienhaus der Familie Eichengrün, aufgestellt wird. Sie zeigt die Lebensdaten und ein Bild Eichengrüns. Ein eingearbeiteter QR-Code führt zu einer Kurzbiografie auf der Website des Hauses der Bayerischen Geschichte und macht Eichengrüns Lebensweg so für alle Interessierten digital greifbar.
Die Schülerinnen und Schüler hoffen, mit ihrem Projekt einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur am Obersalzberg leisten zu können.
Das P-Seminar des CJD möchte sich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei der Dokumentation Obersalzberg und dem Markt Berchtesgaden für die Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts bedanken.